Sport & Fitness

Viele Sportler leiden an Gelenksschäden

die meist durch angeborene Disposition, aber manchmal auch durch Überlastung und Gelenksfehlstellungen bedingt sein können. Um solche Überlastungen zu vermeiden, kann Ihnen Ihr Fitness Trainer helfen. Er kann ungünstige Bewegungsmuster im jeweiligen Einzelfall erkennen und zu besseren Bewegungsabläufen umtrainieren.

Gelenksfehlstellungen werden vom Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin behandelt.

In vielen Fällen sind Hilfsmaßnahmen wie Schuheinlagen, kontrolle von Beinlängendifferenzen oder sonstige konservative Therapie für die Gelenke erforderlich. Z.B. Hyaluronsäureinjektionen wie Hyalgan, Synochrom oder GOON. Weitere Gelenksinjektionen sind mit ACP (autologes conditioniertes Plasma) erfolgreich.Eine lediglich auf die gemessene Beinlängendifferenz basierende Behandlung ist oft nicht ausreichend, da man die Korrektur in Relation auf deren Auswirkung auf die Wirbelsäule beurteilen und anpassen muss.

Fußfehlstellungen können sich auch auf alle Gelenke der Beine und auf die Wirbelsäule auswirken.

Gelenkserhaltende Eingriffe

sind natürlich für die weitere Sportausübung vorzuziehen. Sport nach Gelenksoperationen: Der geschädigte Knorpel wird durch eine arthroskopische Gelenksoperation wie zum Beispiel einer Pridie Bohrung oder Mikro fracturierung zum Wachstum angeregt. Um aus dem regenerierten Knorpel hyalinen also hochwertigen Knorpel entstehen zu lassen ist eine zusätzliche Stammzellentherapie erforderlich. Bewegung ohne Belastung fordert die Bildung von Knorpelzellen und Knorpel-Grundsubstanz.

Nähere Details im Kapitel: Knorpelregeneration.

Schultern, Arme, Halswirbelsäule

Schulterschmerzen können die sportliche Aktivität deutlich einschränken.Sie können durch Überlastung, Fehler beim Training, Schleimbeutelentzündungen, Sehnenrisse bedingt sein.

Bei der sogenannten Kalkschulter lagert sich Kalk in die degenerierte und Einriss gefährdete Supraspinatussehne ( eine Sehnen-Muskeleinheit, die zum seitlichen Abspreizen des Armes dient). Diese Sehne kann auch Teileinrisse oder komplette Risse haben.

Auch die lange Bicepssehne bildet einen Teil des Schulterdachs in engem Kontakt zur Supraspinatussehne. Der Ansatz dieser Sehne am Schulterblatt kann eingerissen oder aufgefasert sein. Das kann zu Einklemmungserscheinungen und Schmerzen führen. Die Therapie besteht in der Stoßwellenterapie, Infiltrationen Heilgymnastik und gezieltem Training. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Orthopäden, Heilgymnasten sowie Fitnesstrainer ist dabei wichtig.

Ab einer gewissen Größe des Sehnendefekts und abhängig vom Lebensalter ist eine operative Behandlung erforderlich.Sehnenrisse müssen nicht akut auftreten, sondern können speziell im Schulterbereich durch verminderte Durchblutung, Fehlbelastung oder chronische Überlastung langsam entstehen.
Eine typische Überlastungsreaktion ist der Tennisellbogen, der aber auch durch andere Belastungen als dem Tennisspiel auftreten kann. Hier können lokale Infiltrationen und besonders die Stoßwellentherapie helfen. Die Stoßwellentherapie hilft auch bei den meisten Schulteraffektionen.

Wirbelsäule

Die Wirbelsäule besteht aus vielen Segmenten, die durch Bandscheiben, die kleinen Wirbelgelenke, Bänder und Muskeln stabilisiert werden. Hier wirkt sich ein falsches Bewegungsmuster besonders schmerzhaft aus.Beim Erlernen eines richtigen Bewegungsmusters unterstützt Sie der Physiotherapeut und Ihr Fitnesstrainer.

Sind bereits Wirbelsäulenschmerzen aufgetreten, sind Behandlungen beim Facharzt für Orthopädie nötig. Meist wird mit lokalen Infiltrationen und Blockaden, aber auch Akupunktur und TENS Therapie, behandelt.

Die Nachbehandlung erfordert einen gezielten Muskelaufbau, besonders auch zur Recidivprophylaxe. Eine Kombination mit Akupunktur ist dabei erfolgreich.

Dr. Rudolf Widhalm

Medizinalrat Primarius i.R.

Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
Zusatzfächer: Rheumatologie und Sportorthopädie

EM. Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie des Landesklinikums St. Pölten

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