Kunstgelenke

Hüft-, Knie-, Sprunggelenksendoprothesen, Schulter, Ellbogen, Hand, Finger und Zehengelenksprothesen. Davon neu seit Januar 2004: minimal invasive Hüftgelenksendoprothese

(minimal kleiner Hautschnitt und minimale Beeinträchtigung der Muskulatur, daher raschere und schmerzfreiere Erholung von der Operation).

Minimal invasive Hüft- und Knieprothese

  • Patientin (88) Jahre spielt nach Hüftprothese beidseits wieder Fußball mit dem Hund
  • 80 jähriger Patient geht in der 1. Woche nach minimal invasiver Knieprothese hinkfrei ohne Krücken
  • Patient Pat nach minimal invasiver Hüftprothese geht am 3. postoperativen Tag hinkfrei ohne Krücken
  • Sport nach Hüftprothese
  • Geschlechtsspezifische Knieprothese

Sprung­gelenks-Endoprothese

Patientin , seit 30 J. Sprungelenksendoprothese, schmerzfrei.

ist vergleichbar erfolgreich und dauerhaft wie die Hüft- und Knieprothesen. Sie ist für die meisten Patienten erfolgreicher und mit angenehmerem Ergebnis als eine Versteifung (Arthrodese).

Die Nachbehandlung nach der Sprunggelenksprothese ist kürzer und angenehmer als eine lange Gips-Rückstellung.

Bei schweren schmerzhaften Knorpelschäden des oberen Sprunggelenks, oft mit Fehlstellung, sind diese häufig nach Unfällen können aber auch ohne Unfall auftreten. Wenn gelenkserhaltende Operationen wie Arthroskopie und Stammzellentherapie nicht ausreichen sind gute Langzeitergebnisse mit einem künstlichen Sprunggelenk zu erzielen. Vorteil gegenüber einer Versteifungsoperation: Die Beweglichkeit des Sprunggelenks bleibt erhalten, verschiedene Schuhabsatzhöhen können getragen werden, Barfußgang ist meist möglich. Die Nachbargelenke werden nicht überbelastet, besonders Fußwurzel (sogenanntes unteres Sprunggelenk) und Knie.

Prothesen­lockerung

Prothesen (Hüftprothesen, Knieprothesen, Sprunggelenksprothesen) können sich lockern oder der Knochen erst gar nicht in die Oberflächenstruktur der Prothese einwachsen.

In dem Fall sollte ein Prothesenwechsel möglichst bald nach der Diagnose durchgeführt werden. Eine lockere Prothese wirkt wie eine Raspel am Knochen, so dass immer weniger Knochen für eine tragfähige neuerliche Verankerung übrig bleibt.

Häufig gestellte Frage: Wie oft kann eine Prothese gewechselt werden?

Solange genügend Knochen erhalten ist, viele male. Das Narbengewebe behindert allerdings oft die postoperative Beweglichkeit, so dass die Beweglichkeit nach mehrmaligem Wechsel weniger gut als nach der Erstoperation ist.

Infektion eines Kunstgelenks

Eine der gefürchtetsten Komplikationen ist die Infektion eines Kunstgelenks. Die bisherige Therapie bestand in der Prothesenentfernung bis zum Abheilen der Infektion. Eine neue Therapievariante besteht im Wechsel der infizierten Prothese in einer Operation (= Entfernung der infizierten Prothese und Einbau der neuen Wechselprothese). Um in diesem Zusammenhang die Infektion zu beherrschen werden lokale Antibiotikaträgersubstanzen neben den Antibiotkainfusionen zusätzlich verwendet. Diese lokale Antibiose kann mit Antibiotikabeimengungen zum Knochenzement erfolgen. Wir führten diese Methode seit 1990 durch. Später wurden andere Trägermaterialen erfunden, die diese Antibiotika langsamer (Wochen bis Monate) und in höherer Dosierung freisetzen. Es handelt sich um Knochenchips aus der Knochenbank angereichert mit Antibiotika. Die Erfolgsquote des einzeitigen septischen Prothesenwechsels konnte dadurch auf bis zu 90% erhöht werden. Es konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass die Sportausübung nach Knieprothese zu keiner erhöhten Lockerungs- oder Frakturrate führt. Es bleiben allerdings noch Fälle, die sich nicht für diese Methode eignen, oder die durch diese Methode nicht erfolgreich behandelt werden konnten. In diesen Fällen wird die Prothesenentfernung und spätere Reimplantation durchgeführt.

Dr. Rudolf Widhalm

Medizinalrat Primarius i.R.

Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
Zusatzfächer: Rheumatologie und Sportorthopädie

EM. Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie des Landesklinikums St. Pölten

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