Facharzt für Orthopädie - Ordination Wien & St. Pölten

Rückfußoperationskurs Innsbruck

Zusammenfassung  aus einem Rückfußoperationskurs Universität Innsbruck und dem von mir dort vorgetragenen Themen

Indikationen:

Schwerer Knickplattfuß des Erwachsenen, bei dem die Einlagenbehandlung nicht ausreicht. Ob der Patient einen orthopädischen Schuh oder eine Operation bevorzugt, ist individuell verschieden und meist altersabhängig.

Schwerer Knickplattfuß des Kindes und Adoleszenten. A: schmerzhaft oder Ermüdungserscheinungen,

B: Progredienz

Knickplattfuß des Rheumatikers.
Schuheinlagen reparieren den Knickplattfuß nicht sondern bremsen die Progredienz und bessern die Schmerzen.

Operationstechniken:

A: temporäres oder definitives Implantat in den Sinus tarsi (annähernd runder tunnelartiger Zwischenraum zwischen Sprungbein und Fersenbein)

Dieses Implantat- ein Kunststoff- oder Metallzylinder hält den über dem Fersenbein verdrehte Sprungbein in der Korrekturstellung bis zum nachholenden Wachstum beim Kind oder definitv beim Erwachsenen. Diese krankhafte Verdrehung des Sprungbeins bewirkt eine Verschiebung der beiden Hälften dieses Tunnels (sinus tarsi), der nach Reposition wieder einen runden Querschnitt hat, in dem der Metallzylinder als Stütze wirkt..

Voutey und Viladot verwendeten anfangs ein temporäres Silastik Implantat.

Valenti implantierte einen Teflon Zylinder. Diese Operation erhielt den Namen: Calcaneus stop Operation. Die beim Kind oder Adoleszenten erfolgreich angewandten Implantate wurden nach 3 Jahren oder nach Abschluß des Wachstums entfernt.

Viladot hat nunmehr einen intraoperativ spreizbaren Metalldübel entwickelt, der nicht mehr entfernt werden muß, außer wenn Beschwerden auftreten. Dieses Implantat kann auch beim Plattfuß des Erwachsenen verwendet werden.

Giannini hat einen intraoperativ spreizbaren resorbierbaren Polylactiddübel seit mehr als 5 Jahren in erfolgreicher Verwendung. Diese Operationsmethode hat sich seit einigen Jahren an unserer Abteilung gut bewährt und hat den großen Vorteil, daß das Implantat in der Folge nicht mehr entfernt werden muss. Leider wurde dieses Produkt wegen einiger auswärtiger Implantatbrüche vom Markt genommen, so dass derzeit ausschließlich Titaniumimplantate zur Verfügung stehen. Beim Erwachsenen bleiben die Implantate ohnehin drinnen, beim Kind sollen sie nach Abschluss des Wachstums entfernt werden.

Beim Erwachsenen oder auch bei schwereren kindlichen Fällen wird diese OP Technik mit einer Fersenbeinkorrektur kombiniert.